Zurück zur Übersicht

Blick-Beitrag: Schweiz könnte eine Milliarde sparen

17. Januar 2021

Klimaschutz ist nicht nur gut für die Umwelt – sondern auch fürs Portemonnaie. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, die durch die Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (AEE Suisse) und die Umweltschutzorganisation WWF begleitet wurde.

Die Studie hat Massnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen unter die Lupe genommen und deren Kosten für die Wirtschaft im Jahr 2030 berechnet. Das Resultat überrascht: Würde die Schweiz die untersuchten Massnahmen bereits ab heute umsetzen, könnte sie allein 2030 eine Milliarde Franken sparen.
Am meisten Einsparungen sind in den Bereichen Verkehr und Gebäudeheizungen möglich – ohne grossen Aufwand: Würden zum Beispiel ab sofort alte Öl- und Gasheizungen zu 90 Prozent mit Wärmepumpen ­ersetzt oder beim Kauf eines neuen Autos Elektrowagen bevorzugt, könnten man Kosten in der Höhe von 1650 Millionen Franken vermeiden. Grund dafür: Die tieferen Betriebs- und Unterhaltskosten der neuen Technologien. Auch ein schnellerer Ausbau von Solaranlagen wäre rentabel. Gratis dazu kämen die positiven Klimaeffekte: Mit den technischen Massnahmen könnten im Jahr 2030 13,6 Millionen Tonnen Treibhausgase vermieden werden.

«Die Studie zeigt, dass die Technologien und Lösungen für eine vollständige Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft vorhanden sind und immer günstiger werden», sagt Stefan Batzli, Geschäftsführer von AEE Suisse. «Nur wird bis dato viel Potenzial noch nicht aus­geschöpft. Dabei lohnt sich Klimaschutz.» Die Wirtschaft brauche dringend verlässliche Rahmenbe­dingungen und Planungssicherheit. Hier kommt das revidierte CO2-Gesetz ins Spiel, über das wir im Juni abstimmen werden. «Es ist der nächste logische Schritt in die richtige Richtung, und ich bin zuversichtlich, dass die Schweizer Bevölkerung es annehmen wird.»

Je schneller die in der Studie untersuchten Instrumente umgesetzt werden, desto grösser sind Spar­potenzial und positiver Effekt aufs Klima. Doch wie realistisch ist es, dass die Schweiz diesen Umschwung schon heute und nicht erst morgen anpackt? Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF, ist sich sicher: «Wenn die Politik solche Massnahmen fördert und umsetzt, und deren Vorteile für die Bevölkerung, ihr Portemonnaie und die Wirtschaft aufzeigt, wird sie diesen Wandel hin zu umweltfreundlichen Lösungen beschleunigen.»